"Oh what costume shall the poor girl wear..." oder Wisst ihr eigentlich, was ihr...

Discussion in 'German' started by Nihila, Sep 6, 2005.

  1. Nihila

    Nihila Member

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    ...da tragt?

    also, in stichpunkten:
    - klamotten als massenprodukt, im ausland hergestellt
    - massenprodukt=billig
    - arbeiter: junge frauen und kinder. die kinder ernähren ihre familien und die frauen werden geschlagen wenn sie schwanger werden und schlechter arbeiten können. alles für einen hungerlohn...
    - es kostet vielleicht 5 € ein paar schuhe herzustellen, aber weil das schicke label dran ist, drücken wir 90 € ab und faseln dabei was von qualität
    - es gibt auch billige massenprodukte, die im ausland produziert werden und die können sich schüler und studenten nun mal besser leisten als etwas "handfestes" hier hergestelltes
    - als man mal einen arbeiter gefragt hat, warum er bei den bedingungen nicht alles hinschmeißt hat er geantwortet, dass er dann keine arbeit hätte und diese arbeit wäre hier das einzig ernste, was es gäbe und deshalb würde er es machen -> weshalb man das mit den arbeitern und was das was sie tun für sie bedeutet nicht pauschalisieren kann, auch wenn mans gern tun würde
    - no-logo-kids protestieren gegen die tollen labels hinter denen leid steht
    - sie protestieren auch gegen andere konzerne der art -> sie leiden dafür auch, z.b. schulsuspendierung, weil sie coca cola durch das tragen eines pepsi-shirts beleidigt haben (in amerika), als "freak" verschrien zu sein...


    zum lesen: "no logo" von naomi klein und "branded" von alissa quart

    das ist alles sehr kurz und knapp, aber so sieht es ungefähr aus. man kann nicht viel machen. außer fair trade einkaufen wenns um die schokolade geht oder so. und dabei gehe ich jetzt von einem normalen studenteneinkommen aus.
     
  2. Kastenfrosch

    Kastenfrosch Blaubeerkuchen!! Lifetime Supporter

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    man kann definitiv second hand kaufen. Das spart resourcen, ist billig, und dinge bekommen ein zweites leben.


    Man kann, wenn man das können und die zeit hat, selber nähen, zumindest ab und zu. Oder selber stricken.
     
  3. Nihila

    Nihila Member

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    das weiß ich wohl. ich habe das aber alles extra allgemein formuliert.
     
  4. YinYangFish

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    danke für die Info! wenn ich mal mehr Zeit habe als jetzt gerade, werde ich Deinen Lesetip vielleicht mal irgendwo besorgen.
     
  5. Flowerian

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    Steinigt mich dafür was ich sage, aber entziehen wir dadurch, dass wir überspitzt gesagt unsere Sachen nur noch selbst stricken diesen Menschen nicht auch die Lebensgrundlage?
     
  6. YinYangFish

    YinYangFish Senior Member

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    Ja und nein. Eigentlich ist es ja gut, wenn die Menschen dort Arbeit haben. Aber wenn die Bedingungen so scheiße sind? Aber diese Globalisierung hat eben zwei Seiten. Auf der einen KANN (muss nicht) der Handel den Leuten dort aus ihrer Armut helfen, auf der anderen KANN (muss nicht) das aber auch auf Ausbeutung und Bereicherung einiger weniger dort und/oder hier rauslaufen.

    PS: Wenn Du drauf bestehst, steinigen wir Dich auch. Aber die Grube dafür musst Du schon selber ausheben. Wo kämen wir denn da hin?! :p
     
  7. Heaven

    Heaven Senior Member

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    hm, man müsste sich über so viel mehr gedanken machen - wo man was einkauft usw., nicht wahr? aber die bequemlichkeit siegt meistens. oder der blick in den geldbeutel. oder die eitelkeit...
     
  8. Pronature69

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    Also selbermachen (wenn man´s kann) ist immer gut und "recyclen" sowieso, weil (wie es Kastenfrosch schon bemerkt hat) es resourcen spart und das kommt allen Menschen zu gute.
    Ansonsten jedoch mal über möglichst direkten Handel nachdenken, am besten mit einer Garantie auf fairen Handel. Das ist schon oft natürlich auch ´ne Vertrauensfrage, da man als "Endverbraucher" das nicht immer überprüfen kann, aber nach einer Weile bekommt man schon auch ein Gefühl dafür, ob es sich um aufrichtige Unternehmen handelt. Dort übrigens, wo jemand mit 50% oder noch mehr Preisnachlaß wirbt kann man davon ausgehen, der hat auch vorher schon die Produzenten bis aufs letzte "bluten" lassen.
     
  9. Nihila

    Nihila Member

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    gerade die diskrepanz bei den beiden entgegengesetzten polen finde ich so interessant.

    man kann schon viel machen, indem man second hand kauft oder kleidertausch mit freundinnen macht (wenn alle ihren schrank ausmisten und alles zusammentragen und gucken wem was passt und wer was will) oder selbst strickt. man kann auch viel machen, wenn man seine schoki und den kaffee fair trade beim eineweltladen kauft.
    man kann viele kleine sachen machen, das bringt auch schon was.
    man kann z.b. auch auf die ach so coolen nike-schuhe verzichten...
    und die klamotten tragen bis sie auseinanderfallen, aber so gut pflegen, dass sie nicht zu gammelig aussehen.
    bei so kleinen sachen leidet weder die eitelkeit noch der geldbeutel.

    aber dann die andere seite.
    man hat keine lust, sich immer über alles den kopf zu zerbrechen. und andere darauf aufbauende argumente.
    man kann eh nichts tun. und so weiter.

    ehrlich gesagt habe ich, obwohl ich über das thema informiert bin und viel drüber gelesen habe, auch resigniert. meine persönliche eitelkeit ist hier noch nicht mal der grund - ich trage meine sachen bis sie schäbig werden und dann im haus oder garten oder so. aber immer wenn man über sowas reden will, wenn mal wieder ein markenfetischist am start ist und fragt, warum einem das so egal ist, dann versteht der einen nicht, weil wie kann man das wohl von fremden kindern in china dem puma-logoshirt vorziehen? dann heißt es wieder, man sei komisch oder gar eifersüchtig da zu arm um sich das zu leisten und deshalb muss man es schlecht reden.
    und auf solche kindereien habe ich keine lust und halte lieber den mund, gerade weil ich es besser weiß.
     
  10. Flowerian

    Flowerian Senior Member

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    Is klar, nur sollte man beide Seiten der Medaille sehen. Einfach nur zu sagen "Adidas/Puma/Nike beutet die Menschen dort aus, deshalb kauf ich von denen nix mehr" is auch keine Lösung

    Zu deinem PS: Ich sage nur "JEHOVA!" :p
     
  11. YinYangFish

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    @Nihila: Vielleicht ist es bei solchen Sachen auch so, dass es einfach extrem schwer ist, sowas an den Mann oder die Frau zu bringen. Das heißt ja aber nicht, dass man völlig resignieren muss: Es selbst für die eigenen Bedürfnisse so zu machen, dass es okay ist, bringt auch schon mal was, bewegt auch was, wenn auch nur was kleines. Und irgendwann fällt das dann auch mal jemand auf oder es interessiert jemanden - so wie mich in diesem Fall. Wenn das Interesse dann von jemand anderem kommt und nicht Du diejenige bist, die jemand anderen überzuegen willst, dann vermute ich mal, fällt auch dieser Vorwurfs-Faktor weg, Du wärest komisch oder eifersüchtig.

    Nur ein Problem hab ich jetzt noch: das mit den Super-Logos, die dann so teuer sind - Puma, Nike etc. - das leuchtet mir ein. Da hab ich sowieso kein Interesse dran. Andererseits hab ich auch nicht unbedingt das Geld (und den Einblick), teurere Klamotten zu kaufen, die dann ziemlich sicher unter besseren Bedingungen hergestellt wurden. Aber ab und zu braucht man ja mal was "neues". Aber wie es dann "richtig" machen? Aufs Etikett schauen und nicht aus China, Indien oder ähnlichen Ländern kaufen? Sondern nur aus Bulgarien oder Türkei? Nur aus Deutschland oder anderen EU-Ländern? Gibt es das hier überhaupt noch? Ich hab keine Ahnung - und merke, dass ich da eine echte Bildungslücke habe. *seufz*
     
  12. Nihila

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    @ fishy: das geht eben nicht, vor allem wenn man sehr aufs geld schauen muss. stichwort h&m, aber die produzieren ihre sachen ja angeblich mit gesunden farben (was ökotest dann auch bewiesen hat im falle schwarzer unterwäsche und normalen jeanshosen -> normalerweise fallen für giftfarben) und ohne kinderarbeit, aber hmmmm...ich weiß ja nicht. es gibt natürlich kleine läden in jeder stadt wo das nicht der fall ist, aber das muss man sich erstmal leisten können und ein wenig will man ja auch was tragen, was den eigenen stil reflektiert...man kann eben nichts machen. außer wieder entsetzt den kopf schütteln, wenn im "spiegel" mal wieder nen artikel über klamottenproduktion da und da ist.
     
  13. Pronature69

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    Sooooooo einfach ist das natürlich nicht. Viele der von Euch genannten Firmen wollen keine Kinderarbeit und/oder Zwangsarbeiter (z.B. Strafgefangene - werden in China oft eingesetzt), aber sie lassen auch nur im Auftrag fertigen meisten in China, Korea, Indien, Sri Lanka, Nepal und Bangladesh. Viele der Unternehmer, die für diese Multies fertigen, behandel ihre Mitarbeiter (relativ) gut und bezahlen ihnen ein durchschnittliches bis gutes Gehalt. Sogar Krankenversicherungen werden schon mal vom Arbeitgeber bezahlt. Leider sind nicht alle Unternehmer so drauf und die Multies überprüfen das oft auch nur halbherzig. Aber...
    ...das größte Problem mit diesen "Marken" ist, daß die Aktionäre und Aufsichtsräte von exorbitanten Margen (bzw. Gewinne) leben und somit doch wieder auf Kosten der Mitarbeiter vor Ort. Ich kaufe also nie von diesen Unternehmen, aber...
     
  14. Pronature69

    Pronature69 Member

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    ...es gibt natürlich noch viel "schlimmere" europäische und amerikanische Großhandelsunternhemen, die es überhaupt nicht interessiert, was mit den Fabrikarbeiten passiert (giftige Farben und Rohstoffe, Hungerlöhne usw.)

    Ein Vorteil unserer Zeit jedoch ist, daß es recht einfach ist Kontakt zu Fraueninitiativen und Kooperativen in den Produktionsländern aufzunehmen und sie dann zu fragen "Was macht ihr" und "wo kann ich in meinem Land eure Produkte kaufen" usw.

    Klar, manchmal ist auch das noch ein bisschen umständlich, aber wenn es nur etwas häufiger gemacht würde, wäre das schon ein großer Fortschritt.

    Ich bin selbstständig und importiere und verkaufe Wohnaccessoires und Kunsthandwerk aus Ländern überwiegend in Asien und weiß daher, wovon ich spreche. Produkte sind nur dann gut, wenn alle etwas davon haben (Rohstoffliferant, Produktion, Ich :) und der Kunde)!

    Noch ein Tip wären die Internetseiten der NGO´s (Non Governmental Organizations) die oft Entwicklungshilfeprojekte haben und deren Adressen auf ihren Seiten verlinken.
     
  15. YinYangFish

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    Hoffentlich spricht sich das in Zeiten des Shareholder-Values und großer Aktienfonds mal rum, dass nicht nur der Gewinn am Aktienmarkt zählt, sondern Arbeit so laufen sollte, dass die Menschen, die sie machen, was davon haben, ihre Kunden auch, ihre Chefs davon angemessen (!!!) mitleben können, die Lieferanten am Leben bleiben und die Natur damit auch ihren Frieden hat.
    Aber so langsam wird der Wunschzettel vielleicht zu groß, erst recht für einen Ökonomen, der das umsezten sollte (uhhh, ist da etwa ein Vorurteil?!!?! :p). Aber andererseits: Ich bin mir sicher, dass das alles auch ökonomisch auf Dauer sinnvoll ist, weil weder Krankheit bei den eigenen Arbeitern, Umweltschäden, verprellte Kunden oder ausgeblutete Lieferanten auf Dauer billig sind.
     
  16. Pronature69

    Pronature69 Member

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    Right on!

    Die Frage ist nämlich, was ist nachhaltig? Leider ist Nachhaltigkeit z.Zt. in Deutschland kein Kriterium für eine gute Bewertung am Aktienmarkt (hier zu empfehle ich: Volker Pispers "Bis Neulich"!!!)

    Wenn im Kino einer aufsteht um besser zu sehen, sieht er besser! Leider stehen dann immer mehr Leute auf um besser zu sehen. Zum Schluß stehen alle, aber keiner sieht besser als zuvor. Dafür ist es jetzt unbequemer weil sie alle stehen müssen, vorher konnten sie jedoch bequem sitzen.

    Fazit: Geh´ nicht ins Kino, sondern guck Dir den Film zu Hause an:rolleyes:
     
  17. Woodstock 69

    Woodstock 69 Member

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    also ich sag kinder arbeit und ausbeutung sind nicht okay aber wir müssen ja mehr oder weniger diese sachen kaufen weil sonst kaum was auf dem markt ist
    selbst die ´´tollen sachen´´ die ´´in deutschland hergestellt´´ sind sind auch auf diese weise hergestellt worden und nur hier in deutschland mit deutschland mit dem label versehen worden
     
  18. YinYangFish

    YinYangFish Senior Member

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    na, ganz so schlimm ist es dann auch wieder nichht - hoff ich mal....
     
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